Wissenschaft ist der Glaube an die Unwissenheit von Experten

Richard Feynman

Atombombenbastler i.R.

In Wahrheit habe nämlich ich Recht

 
Am dunkelsten ist die Nacht kurz vor dem Morgengrauen. Und am bittersten ist der Irrtum wenn man überzeugt davon ist, dass es unmöglich ist, dass er eintritt. Dann nämlich wird es entweder sehr teuer oder sehr peinlich. Oder beides. Frag einfach mal in der Finanzwelt nach. Dort soll es schon ab und an vorgekommen sein, dass ein Heer von Experten die Macht Discordias maßlos unterschätzt hat.

Klar, Unwissenheit ist kein Verkaufsargument. Stell dir vor, du wirst bei einem Bewerbungsgespräch gefragt ob du dich in der Lage siehst den Job zu erledigen. „Hmmmm… ich glaube schon, ich werde es versuchen und die Chance, dass ich nicht scheitere ist sehr hoch,“ ist wohl nicht die Antwort die dich auf die Payroll setzt, obwohl es recht nahe an der Tatsache ist. Relativismus ist so sexy wie eine Wollstrumpfhose. Nur der wahrhaft wissende weiß, dass es Sicherheit und die eine richtige Antwort nicht gibt. Alles ist relativ. Übrigens einer der schönsten Beweise für den Diskordianismus der jemals gesprochen wurde. Das Katma der Katmen.

Die Welt ist voll von blamablen Irrtümern der sogenannten Wissenschaften. Machen wir uns nichts vor, Wissenschaft gibt es nicht. Es ist maximal ein extrem überzeugender Glaube, was man uns probiert schmackhaft zu machen. Aus heutiger Sicht, wir wissen ja dass die tropfenförmige Welt die sich um die bananenförmige Sonne dreht die einzig denkbare Option ist, erscheinen uns sowohl das flache wie auch das kugelförmige Weltbild als absurd. Damals aber waren die schlausten Köpfe überzeugt davon, dass man über den Rand fällt wenn man in auf eine Kreuzfahrtschiff von Spanien in die USA zu segeln probiert. Kokain und Nikotin waren die Heilsbringer der modernen Medizin vor gar nicht allzu langer Zeit. Klimaerwärmung, Immobilienblase, das ewige römische Reich… alles Wissen ist in den Augen Discordias nicht mehr wert als ein Spiel im Roulette. Wobei man im Roulette wenigstens die Möglichkeit dank der begrenzten Anzahl an Feldern bestimmen kann, das Leben mit seinen unendlichen Möglichkeiten ist durchaus etwas hinterhältiger.

Alles ist subjektiv und liegt im Auge des Betrachters. Das beginnt bei banalen Dingen wie dem Geschmack von grünem Tee bis hin zu essentiellen Dingen wie dem Tod. Während Grüntee für den einen eine Delikatesse darstellt, ist er für den anderen ein scheußlich bitteres Gebräu. Für Anhänger der meisten Sekten wie dem Christentum oder dem Islam beginnt das wahre Leben mit dem irdischen Tod, für den Atheisten endet es hingegen genau dort.

Ursache und Wirkung, Kausalität und Korrelation falsch gedeutet, Zufälle unterschätzt – irgendwann hat man recht und ist im Besitz der vermeintlichen Wahrheit, die aber einzig und allein auf Fehlglauben beruht. Wer überzeugt davon ist, egal zu welchem Thema, die Wahrheit für sich beanspruchen zu können, ist im Normalfall am Weg den größten Irrtum zu begehen dem man erliegen kann.

Vor gar nicht allzu langer Zeit glaubte der damals als nach heutigen westlichen Maßstäben gemessene zivilisierte Teil der Menschheit, dass die Götter hoch erhoben im Olymp thronen und wenn ihnen was nicht passt an uns Sterblichen, sie uns mit Blitzen drangsalieren müssten. Würde ich auch so machen, wäre ich ein Gott mit Lifetime Access zu Gratisblitzen und müsste für ein klärendes, persönliches Gespräch jedes Mal vom Olymp heruntersteigen.

Sie hatten recht. Irgendwie.

Ein anderer Teil der Menschheit, der nach heutigen Maßstäben gemessen weniger zivilisiert war, glaubte, dass Gott der Allmächtige kein Herdentier sondern Einzelgänger sei, die Erde in sechs Tagen erschaffen hat, sich als brennender Busch in der Wüste äußert, das Meer mit einem Schnippser partiell austrocknen kann und statt Blitze zu schleudern uns mit einer Flut ins Jenseits schickt wenn wir Menschlein nicht artig sind.

Klang damals überzeugend.

Irgendwann mixte man im Abendland diese beiden Richtungen zu einem leckeren Cocktail mit dem Ergebnis der erfolgreichsten Sekte seit Uranos´ Geburt. Bisschen Stoizismus gemixt mit einer weniger patriarchalischen Form des Judentums und schon betete man Gottes Sohn am Kreuz an. Und war überzeugt, dass dies der Weisheit letzter Schluss sei.

Die ultimative Wahrheit war geboren.

Stell dir vor, du bist wirklich klug. Und du arbeitest dein ganzes Leben lang an der Erforschung des Universums. Sagen wir am CERN. Du bist dir sicher zu wissen, wie alles funktioniert da draußen. Du hast die Wahrheit über das Universum entschlüsselt. Vielleicht erhältst du sogar eine Auszeichnung für dein Wissen. Einen Tag nach deiner Pensionierung findet ein anderer Wissenschaftler raus, dass deine Wahrheit falsch ist. Gratuliere – du hast dein Leben auf Irrglauben aufgebaut. Du kannst dich aber damit trösten, dich in eine lange, wissenschaftliche Tradition des Versagens einzureihen.

Heute glauben einige Physiker zu wissen, dass das Universum endlich ist. Andere glauben es ist unendlich. Manche denken, die Sonne wird irgendwann implodieren. Viele kluge Menschen glauben an einen Schöpfergott. Manche an einen Lenkergott. Viele meinen zu wissen dass es gar keinen gibt. Jesus Christus der dich mit High Five an der Himmelspforte erwartet ist genauso wahrscheinlich wie das fliegende Spaghettimonster oder die Hexe im Knusperhäuschen nach dem Tod.

Man muss aber nichtmal auf so dramatische Beispiele aus der Wissenschaft oder Religion zurückgreifen. Kindererziehung. Ernährung. Arbeit. Egal wann du denkst über ein Thema die ultimative Weisheit ausgegraben zu haben, der Zahn der Zeit wird den Glanz von deiner Wahrheit gnadenlos abnagen.

Drum glaube uns: Alles ist Discordia und Eris ist die Herrscherin über den allmächtigen Würfel im himmlischen Casino. Keine Sorge – das ist die Wahrheit!

 

Die 5 Gebote...

 
...oder das Pentabarf
 

  • Es gibt keine Göttin außer der Göttin, und sie ist deine Göttin. Es gibt keine Erisische Bewegung außer der Erisischen Bewegung, und sie ist die Erisische Bewegung. Und jeder goldene Apfel ist das geliebte Heim eines Goldenen Wurmes.
  • Ein Diskordier soll immer das offizielle diskordische Dokumentennummerierungssystem benutzen.
  • Ein Diskordier ist zu Beginn seiner Illumination dazu verpflichtet, an einem Freitag allein nach draußen zu gehen, um fröhlich einen Hot Dog zu genießen; diese Zeremonie ist dazu da, um gegen die beliebten Heidentümer dieser Tage zu demonstrieren: gegen die katholische Christenheit (freitags kein Fleisch), das Judentum und den Islam (kein Fleisch vom Schwein), den Hinduismus (kein Fleisch von der Kuh), den Buddhismus (kein Fleisch von Tieren) und den Diskordianismus (keine Hot-Dog-Brötchen).
  • Ein Diskordier soll keine Hot-Dog-Brötchen essen, denn diese waren der Trost der Göttin, als sie mit der ursprünglichen Zurückweisung konfrontiert war.
  • Einem Diskordier ist es verboten, zu glauben, was er liest.
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