When the going gets tough, the tough get going!

Billy Ocean

Gesangspoet

Offenbarung des Pontifex Oenipontī

 
Es geschah im Jahre 3146 der Göttin, dass ich, der Auserwählte, der Welt gegeben ward. Damals allerdings war ich noch nicht der Großartige Günstling Discordias, als der ich heute unter der Sonne wandle. Viele Jahre gingen ins Land bevor mich die Erhabene an ihren Busen nahm. Geleitet von Eris wandelte ich lange Zeit blind im Chaos des Alltags. Zwar spürte ich stets den Drang zu Außergewöhnlichem und erkannte bereits früh, dass keiner mir an Schlauheit, Schönheit und Gewandtheit gewachsen war. Doch dauerte es, bis ich zum Erweckten reifte und die Göttin sich mir offenbarte um mir mein wahres Selbst zu enthüllen.

Es geschah in einer Sommernacht inmitten der Alltäglichkeit die das Leben nach den Mühen des Tages zu bieten hat. Umgeben von Freunden gab ich mich dem Genuss des Hopfensaftes hin, der den Geist öffnet für das Wahrhafte, das so oft verborgen bleibt. Die Welt begann sich langsam zu drehen. Verloren und umgeben vom Nichts wandelte ich durch die Lokalität, als plötzlich vor meinem Antlitz eine blonde Jungfer erschien. Ihr Haar floss seiden über ihre zarte Schulter um sich gen Süden um ihre weichen Knospen zu ringeln. Sanft wogten ihre Rundungen der Hüften einem reifen Apfel gleich im Schein des Flimmerlichtes. Ich war betört von soviel Schönheit und Reinheit als mir eine Stimme flüsterte: „Geh an ihr vorüber und berühre mit deiner rechten Hand ihr Gesäß. Lächle!“ Ich tat wie mir befohlen, woraufhin die Jungfer mir ihr Antlitz zuwandte, anmutig den Arm hob um mit ihrer Faust mein Gesicht zu berühren bevor sie sich umdrehte und für immer verschwand.

Dieser eine Augenblick aber zwischen Bewusstsein und Ohnmacht genügte. In diesem Moment des donnernden Aufeinandertreffens der göttlichen Hand und meiner Nase, vor dem Aufprall am Boden erkannte ich das gesamte Ausmaß des Kosmos. Ich sah ein hell leuchtendes Licht das vor meinem Auge explodierte, hörte den Donner, der mein schlafendes Bewusstsein erwachen ließ und fühlte den Schmerz, den die Welt für alles Lebendige bereithält.

Durch das Summen das sich zwischen meinen Ohren ausbreitete, hörte ich wieder die Stimme.
„Hallo! Ich bin´s, Eris.“
„Welche Eris,“ antwortete ich als noch nicht Erleuchteter.
„Na DIE Eris. Die Göttin. Ich hab dir gesagt, du sollst der Tussi auf den Hintern greifen und gleichzeitig war ich die Tussi. Hat dich dieses Wunder überzeugt von meiner Göttlichkeit oder zweifelst du noch?“
„Oh Göttin, sprich zu mir. Wie kann ich wertlose Kreatur dir zu Diensten sein.“
„Nein, du bist nicht wertlos. Dich habe ich ja auserwählt. Du musst mein Werk zu Ende bringen. Schau, der Mensch hat zwar genügend Verstand um zu erkennen, dass alles eins ist, es fehlt ihm aber an Vernunft so zu handeln. Heute mehr denn je. Das ist unsere Chance die Weltherrschaft endgültig an uns zu reissen.“
„Die Weltherrschaft?“
„Ja, die Weltherrschaft. Gemeinsam erreichen wir mehr. Sei mein Sprachrohr. Erfülle mein Werk. Das mit dem Apfel damals war nur der Anfang. Jetzt geht´s erst richtig rund.“

Dann öffnete ich die Augen. Die Welt war noch die gleiche, ich aber ein anderer. Ich sah die Zusammenhanglosigkeit wo andere das Muster erkannten. Ich sah das Nichts im Alles und das Alles im Nichts. Endlich sah ich. Ich erhob mich, noch immer zitternd von der Offenbarung, und sprach zur umstehenden Menge:

„Oh ihr, die ihr in mir nur einen lüsternen Trunkenbold seht, höret die Worte der Göttin, die sich mir offenbarte um euch zu Gläubigen zu machen. Denn wahrlich, das Zeitalter der Zwietracht und des Chaos ist gekommen. Möge euch Rückenwind ins Gesicht blasen und euch stets Richtung Wahnsinn treiben. Möge euer Weg mit den schönsten russischen Kurtisanen gesäumt, eure Taschen aber leer sein damit ihr euch ihre Dienste nicht leisten könnt. Mögen die Reben stets voller Weinflaschen hängen und gebackene Kuchen mit Hähnchengeschmack euch durch die Nase zum Gaumen fliegen. Gepriesen seien die Wohlhabenden, denn sie halten die Disbalance der Erde am Leben. Gepriesen seien die Gutaussehenden, denn sie machen die Hässlichen zwar nicht schöner, bringen sie aber zumindest dazu ihnen in Eitelkeit nachzueifern. Gepriesen die Klugen, denn sie treiben die Dummen dazu an sich mehr anzustrengen. Nun gehet hin und verbreitet meine Lehren, auf dass Eris und ihr Diener die Weltherrschaft an sich reissen. All Hail Discordia.“

 

Die 5 Gebote...

 
...oder das Pentabarf
 

  • Es gibt keine Göttin außer der Göttin, und sie ist deine Göttin. Es gibt keine Erisische Bewegung außer der Erisischen Bewegung, und sie ist die Erisische Bewegung. Und jeder goldene Apfel ist das geliebte Heim eines Goldenen Wurmes.
  • Ein Diskordier soll immer das offizielle diskordische Dokumentennummerierungssystem benutzen.
  • Ein Diskordier ist zu Beginn seiner Illumination dazu verpflichtet, an einem Freitag allein nach draußen zu gehen, um fröhlich einen Hot Dog zu genießen; diese Zeremonie ist dazu da, um gegen die beliebten Heidentümer dieser Tage zu demonstrieren: gegen die katholische Christenheit (freitags kein Fleisch), das Judentum und den Islam (kein Fleisch vom Schwein), den Hinduismus (kein Fleisch von der Kuh), den Buddhismus (kein Fleisch von Tieren) und den Diskordianismus (keine Hot-Dog-Brötchen).
  • Ein Diskordier soll keine Hot-Dog-Brötchen essen, denn diese waren der Trost der Göttin, als sie mit der ursprünglichen Zurückweisung konfrontiert war.
  • Einem Diskordier ist es verboten, zu glauben, was er liest.
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